Freitag, 1. April 2016

Big Data in der Medizin

Wenn von den Vorteilen von Big Data die Rede ist, wird in aller Regel die medizinische Forschung als Beispiel angeführt. Das bleibt meist recht abstrakt. Im folgenden TED Talk nennt Russ Altman ein einfaches und leicht nachvollziehbares Beispiel:
"If you take two different medications for two different reasons, here's a sobering thought: your doctor may not fully understand what happens when they're combined, because drug interactions are incredibly hard to study. In this fascinating and accessible talk, Russ Altman shows how doctors are studying unexpected drug interactions using a surprising resource: search engine queries."

Mittwoch, 30. März 2016

Unfiltered News

"Ungefilterte Nachrichten" - das ist ein wenig hoch gegriffen, da die Quelle für diesen Dienst Google News ist, eine Spezialsuchmaschine, die die frei zugänglichen Neuigkeitenseiten zu erschließen versucht. Der Titel hebt darauf ab, dass nicht automatisch die Mainstream-Nachrichten angezeigt werden, sondern alle möglichen und eben auch die Themen "von nebenan". Beachtenswert ist die Visualisierung, die angeboten wird, und die Möglichkeit, für die verschiedenen Länder übersetzte Nachrichten zu bekommen. Auf der Homepage von unfiltered News finden Sie eine eingehendere Beschreibung dieses Dienstes.

Zusammenlegung von zwei (Meta-)Suchmaschinen

Das ist ein recht instruktiver Artikel in der Zeit über die (Meta-)Suchmaschinen Ixquick und Startpage. Beide warben mit ihrer diskreten, den Datenschutz berücksichtigenden Art (was nicht verändert werden soll), beide waren recht unterschiedlich. Jetzt sind sie zusammengelegt, offensichtlich funktioniert jetzt auch die Zeiteinschänkungs-Option links, die lange Zeit kein Ergebnis brachte.

Sonntag, 27. März 2016

Besprechung von Englisch-Wörterbüchern

Braucht man immer: Bei mir sind die Knöpfe für die Wörterbücher dict.leo und linguee immer auf der sichtbaren Symbolleiste. Das sind ja auch die besten, oder? Eventuell auch nicht, denn diese Besprechung von JochenEnglish kommt begründet zu einem anderen Ergebnis! Jedenfalls werde ich in der nächsten Zeit einmal die Bookmarks austauschen. [via digithek]

Mittwoch, 16. März 2016

Lizenzhinweisgenerator

Das Problem ist allgegenwärtig: Schöner sind Artikel mit Bildern, aber das Urheberrecht ist so kompliziert, dass wir lieber darauf verzichten. Immerhin gibt es seit einigen Jahren Creative Commons Lizenzen, die es erlauben, ein Bild zu verwenden, aber auch hier muss man korrekte Angaben machen, was die Lizenz betrifft. Nun gibt es - zumindest für die mehr als 30 Millionen Medien auf Wikimedia Commons - eine einfache Lösung, den Lizenzhinweisgenerator. Die Website selbst beschreibt das hilfreiche Tool folgendermaßen:
Diese Webseite soll Ihnen dabei helfen, Bilder aus Wikipedia und dem freien Medienarchiv Wikimedia Commons einfach und rechtssicher nachzunutzen. Alle Bilder, die auf Wikipedia im freien Medienarchiv Wikimedia Commons veröffentlicht werden, sind zwar urheberrechtlich geschützt, stehen aber unter so genannten freien Lizenzen. Diese erlauben eine unkomplizierte Nachnutzung, wenn bestimmte Lizenzbedingungen eingehalten werden. Dafür ist kein gesondertes Einverständnis der Urheber erforderlich. Diese Anwendung soll dabei helfen, die erforderlichen Anforderungen an eine Nachnutzung einzuhalten und Hilfe bei der Verwendung frei lizenzierter Inhalte zu bieten. Dies funktioniert, indem ein Computerprogramm alle Informationen anzeigt, die zusammen in unmittelbarer Nähe zum nachgenutzten Bild abgedruckt bzw. angezeigt werden müssen. Dazu werden Sie durch einen kurzen Dialog geleitet, der Sie zur Art Ihrer individuellen Nachnutzung befragt. Nach Beantwortung dieser wenigen Fragen, können Sie schnell und einfach den entsprechenden Lizenzhinweis auf verschiedene Arten kopieren und in Ihre Veröffentlichung einbinden.
Eine feine Sache, wie das folgende Bild - übrigens das erste Katzenbild hier im Blog - samt vom Lizenzhinweisgenerator erzeugtem Lizenzhinweis zeigt:

Samstag, 23. Januar 2016

Educause: Top 10 IT Issues 2016

Educause identifiziert in einem Bericht die zehn wichtigsten IT-Themen im Bildungssektor für das Jahr 2016 und gruppiert sie um die drei Kategorien "differentiate", "reinvest" und "divest". Zum Text geht es hier, das Video bietet eine 2-minütige Zusammenfassung:

Freitag, 4. Dezember 2015

PolyFetch - eine interessante Suchmaschine

Phil Bradley hatte sie - damals noch im beta-Status - im Jahr 2012 vorgestellt und gemeint, dass sich ein Blick durchaus lohne.
Nun, auch der zweite Blick auf PolyFetch gefällt: Das Ranking bei den verschiedenen Suchen ist sehr gut und auch die verschiedenen Optionen mit News, Images und Research geben gute Ergebnisse. Bemerkenswert ist, dass alle vier Optionen eine Google Custom Search Engine als Grundlage haben - wobei unklar ist, welche Webseiten als Grundlage für die Suchergebnisse dienen.

Montag, 9. November 2015

Arbeiten mit Evernote - Anregungen

Evernote zählt regelmäßig zu den Favoriten der Teilnehmer an unseren Seminaren zur professionellen Internetrecherche, zu der eben auch ein systematisches webbasiertes Wissensmanagement zählt. Und in diesem Bereich ist Evernote konkurrenzlos. Wer sich praxisnahe Anregungen zum Arbeiten mit dem Dienst holen möchte, kann das Evernote-Blog abonnieren. Auch die Seite "Evernote für Pfiffige" bietet regelmäßig hilfreiche Tipps.

Über diese Seite bin ich auch auf den Podcast "Donau Tech Radio" gestoßen, dessen aktuelle Episode (Nr. 69) sich mit Evernote befasst. Der ganze Podcast dauert rund 1,5 Stunden, besonders interessant sind aber die 20 Minuten zwischen 36:00 min und 56:00 min. Wer sich auch für Arbeitsorganisation und to-do-Listen interessiert, kann bei 11:00 min einsteigen. Ab 36:00 min geht es dann um Dokumenten- und Informationsmanagement.

Freitag, 25. September 2015

Die besten Lern-Tools

Jane Harts Liste "Top 100 Tools for Learning" für das Jahr 2015 wurde veröffentlicht. Seit 7 Jahren führt Twitter die Liste an.


Sonntag, 26. Juli 2015

Professionelle Recherche in 3 Minuten

Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hat zusammen mit explainity ein instruktives Video (3:33 min) mit dem Titel "Recherchefahrplan für wissenschaftliches Arbeiten" erstellt:

Mittwoch, 15. Juli 2015

Rückmeldung zum Buch "Recherche 2.0"

Gestern hat uns eine schöne Rückmeldung zu unserem Buch zur professionellen Internetrecherche erreicht (Buchvorstellung hier im Blog):

Sehr geehrter Herr Dr. Müller,
sehr beglückwünschen und zugleich bedanken möchte ich mich bei Ihnen und Ihren Mitautoren zu dem Buch „Recherche 2.0“. So ein Buch habe ich lange gesucht, ich meine, es ist einzigartig auf dem deutschen Markt. Warum?
  • Es ist nicht 500 Seiten und mehr dick, sondern sehr überschaubar. 
  • Sie beschreiben in sehr einfacher Sprache auch komplizierte Dinge. 
  • Sie schreiben über das, was wirklich notwendig ist, und beschränken
    sich kenntnisreich auf das Wesentliche.
Jedes Erstsemester, oder spätestens nach dem „Vordiplom“ (oder einer heutigen Entsprechung), sollte dies Buch in die Hand bekommen. Es ist der perfekte Leitfaden für wissenschaftlich fundierte Recherche.

Update (04.08.15): Diese Rückmeldung stammt von dem Bildungsreferenten Michael Ros, der uns heute eine weitere E-Mail geschrieben und uns erlaubt hat, ihn namentlich zu nennen.

Freitag, 3. Juli 2015

Inoreader - ein durchdachter Feedreader

RSS-Feeds sind wieder im Kommen. Schlussendlich hat man damit die Möglichkeit, mehr Quellen als in sozialen Netzwerken abzufragen und auch selbst zu bestimmen, was man wie und wieviel davon zu sehen bekommt. RSS-Reader können dabei entscheidend helfen, je nachdem, wieviele Produktivitäts-Aspekte sie unterstützen und wie sie erlauben, die Inhalte anzusehen. Auch die Möglichkeit, den Reader über unterschiedliche Geräte hinweg nutzen zu können, spielt eine Rolle.

Als der Google Reader vor zwei Jahren nicht mehr angeboten wurde, schien es so, als ob die Welt unterging, wurde damit doch das produktivste Tool vom Markt genommen. Bald jedoch zeigte sich, dass eine ganze Reihe von Alternativen angeboten oder programmiert wurden, die durchaus Schritt halten konnten. Netvibes gab es schon länger, trat aber damals mehr in den Vordergrund und bot etwa in dieser Zeit neben der Präsentation der Feeds in Registern und Widgets die Möglichkeit, umzuswitchen auf eine klassische "Reader"-Sicht mit der Ordnung nach Tags. Feedly punktete insbesondere durch seine gute Darstellung insbesondere von Bilderquellen und durch die Möglichkeit der Nutzung auf verschiedenen Devices. Und Inoreader wurde damals von einem Google Reader-Fan gegründet, der zunächst die Grundfunktionen nachprogrammierte, jetzt aber - mittlerweile in einem Team - nach und nach andere Funktionen hinzunimmt.

Ich nutze Inoreader immer noch in der kostenlosen Variante (mit Werbeeinschaltungen). Neben der guten Handhabbarkeit schätze ich vor allem die Suchfunktion, mit deren Hilfe ich die Feeds durchsuchen kann. So kann man schnell Feeds wieder "heben", von denen man vergessen hatte, wo sie enthalten waren, ebenso aber kann man mit Hilfe von Stichworten nach Aspekten suchen, die einem erst später aufgefallen sind.

Die verschiedenen Produktivitätsinnovationen, die regelmäßig hinzukommen, will ich nicht im einzelnen beschreiben, denn wahrscheinlich hat jede/r hier andere Präferenzen. Im Inoreader-Weblog gibt es eine Übersicht, welche die verschiedenen Zusatzfunktionen aufzeigt. Hier ein paar Beispiele:

  • Automatisches Highlighten von bestimmten Wörtern im Titel und im Text von Feeds
  • Ablegen von Seiten in Inoreader
  • Ablegen von Inhalten per E-Mail
  • Integration mit IFTTT
  • Lesen von Facebook-Seiten im Inoreader
  • etc.
Wenn man Inhalte nicht verteilt ablegen, sondern möglichst an einer Stelle zusammenführen möchte, dann bietet der Inoreader hierfür differenzierte Funktionalitäten, um das gut umzusetzen. Ach ja, es gibt auch die Möglichkeit, aus ausgewählten Feeds eine öffentliche Webseite zu erstellen und diese zu verwalten, beispielsweise wenn man sich umentscheidet und etwas dann doch wieder (z.B. wegen Bildrechten) draussen haben möchte. Und die "soziale" Funktion ist auch mit an Bord, man kann sich über Inoreader vernetzen. Zwar ist das nicht ganz so gut wie damals in Bloglines, dem früheren Feedreader, der völlig offen war, aber immerhin.

Alles in allem ein gut durchdachtes Tool, an dem kontinuierlich weiterentwickelt wird, und - was auch wichtig ist - bei dem wichtige Funktionen auch im kostenlosen Bereich zur Verfügung stehen wie z.B. die Suche, die beispielsweise bei Feedly nur im kostenpflichtigen Bereich zu nutzen ist.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Lehren und Lernen mit Big Data

Kurz und prägnant (88 S.), verständlich und mit eingängigen Beispielen stellen Viktor Mayer-Schönberger und Kenneth Cukier in ihrem 2014 erschienenen Buch "Lernen mit Big Data: Die Zukunft der Bildung" (Verlagswebsite) dar, welche Chancen Big Data in allen Bildungsbereichen bietet:
"Zum ersten Mal in der Geschichte verfügen wir über ein starkes empirisches Werkzeug, mit dem wir verstehen können, wie man lehrt und wie man lernt."

"Das Wesen der Bildung ändert sich, weil die Gesellschaft mit Big Data endlich lernen kann, wie man lernt."

"Dieses Buch handelt davon, wie Big Data Bildung und Lernen verändert. Durch Big Data erkennen wir so klar wie nie zuvor, was funktioniert und was nicht. Wir können die Leistungen von Schülern und Studenten verbessern, da nun Aspekte des Lernens sichtbar werden, die zuvor einfach nicht beobachtet werden konnten."
Es sind im wesentlichen drei Eigenschaften von Big Data, die Lehren und Lernen verbessern: Feedback, Individualisierung und auf Wahrscheinlichkeiten basierende Vorhersagen. Diesen drei Aspekten sind jeweils eigene Kapitel gewidmet. Entscheidend ist (nicht nur, aber auch im Bereich des Lehrens und Lernens), dass Big Data neue Erkenntnisdimensionen eröffnet:
"Mit Big Data steht uns so viel Information zur Verfügung, dass wir »die Daten sprechen lassen« können: Wir können Einsichten gewinnen, die uns zuvor verschlossen waren (...). Aufgrund dessen werden wir verstehen, was beim Lernen funktioniert und was nicht – nicht nur ganz allgemein, sondern je nach Kontext, Klasse und sogar Individuum."

"Big Data bedeutet mehr als eine Veränderung unserer Lernweise: Es verändert die Art, wie wir über die Welt denken. Wegen und durch Big Data werden wir lernen, unser altes Denken in oftmals nur vermeintlichen Ursachen zu überdenken."
Allerdings müssen wir uns daran gewöhnen, dass dadurch "verstehen" nicht mehr das ist, was es einmal war. Das ist ein Grund dafür, dass es Akzeptanzprobleme bei Big Data-Analysen gibt:
"Wir müssen uns von der Überzeugung verabschieden, wir könnten einfach Kausalzusammenhänge aufdecken. Big Data zeigt uns meist nur Korrelationen auf. Diese Korrelationen – mutmaßliche Verbindungen und Zusammenhänge zwischen Variablen, die wir zuvor womöglich nicht wahrgenommen haben – verraten uns nicht, warum etwas geschieht, sondern nur, was geschieht. Aber das reicht mitunter aus, um Entscheidungen zu treffen."
Um diese Aspekte geht es auch in einem aktuellen Aufsatz von Viktor Mayer-Schönberger mit dem Titel: "Was ist Big Data? Zur Beschleunigung des menschlichen Erkenntnisprozesses".

Die erheblichen Risiken, die sich mit dem massenhaften Sammeln und Auswerten von Daten im Bildungssystem verbinden und die nicht nur Privatsphäre und Datenschutz betreffen, werden ebenfalls thematisiert. Die Autoren bilanzieren:
"Wie viele Big-Data-Analysen wir im Bildungssystem zulassen wollen und wie wir uns am besten gegen die absehbaren Schreckensvisionen schützen, bleibt letzten Endes eine schwierige Abwägung zwischen unserem Verlangen nach einer Optimierung des Lernens und unserer Ablehnung einer Festschreibung unser individuellen Zukunft durch die Daten unserer Vergangenheit."
      

Samstag, 2. Mai 2015

Die Suchmaschine Exalead

Exalead ist eine Marke, die schon sehr lange besteht. Sie war schon in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine bekannte Suchmaschine. Mittlerweile gehört sie zum Dassault-Konzern, basiert auf einem eigenen Index (Datenbestand) und bietet interessante Suchoptionen, welche andere Suchmaschinen nicht im Angebot haben.
Das sieht man, wenn man "advanced search" anklickt und kein neues Auswahlmenü angezeigt wird, sondern es öffnet sich ein Aufklappmenü, wie Sie es hier rechts sehen und es werden Suchoptionen vorgeschlagen und angezeigt, wie man sie zeilenorientiert umsetzen kann. Beachtenswert beispielsweise, dass es mit NEXT einen "near"-Operator gibt, mit dessen Hilfe man die Nähe zweier Begriffe in der Ergebnismenge erzwingen kann (das geht sonst nur bei Google mit * und bei Bing mit NEAR). Man kann in Exalead sogar Verknüpfungen mit Klammerungen anwenden (beispielsweise (SPD OR Sozialdemokraten) AND (arbeitsmarkt OR arbeitsmarktpolitik), was eine viel exaktere Abfrage erlaubt als die Eingabe bei anderen Suchmaschinen.
Bei der Anzeige der Ergebnisse wird - wie hier links zu sehen - eine Leiste mit Begriffen in verschiedenen Kategorien angezeigt, mit deren Hilfe man weiter einschränken kann. Auch das ist eine Funktionalität, wie man sie sonst nur von Metasuchmaschinen her kennt. Alles in allem bietet Exalead genug Funktionen, dass es sich lohnt, sie einmal in Augenschein zu nehmen!