Samstag, 2. Mai 2015

Die Suchmaschine Exalead

Exalead ist eine Marke, die schon sehr lange besteht. Sie war schon in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine bekannte Suchmaschine. Mittlerweile gehört sie zum Dassault-Konzern, basiert auf einem eigenen Index (Datenbestand) und bietet interessante Suchoptionen, welche andere Suchmaschinen nicht im Angebot haben.
Das sieht man, wenn man "advanced search" anklickt und kein neues Auswahlmenü angezeigt wird, sondern es öffnet sich ein Aufklappmenü, wie Sie es hier rechts sehen und es werden Suchoptionen vorgeschlagen und angezeigt, wie man sie zeilenorientiert umsetzen kann. Beachtenswert beispielsweise, dass es mit NEXT einen "near"-Operator gibt, mit dessen Hilfe man die Nähe zweier Begriffe in der Ergebnismenge erzwingen kann (das geht sonst nur bei Google mit * und bei Bing mit NEAR). Man kann in Exalead sogar Verknüpfungen mit Klammerungen anwenden (beispielsweise (SPD OR Sozialdemokraten) AND (arbeitsmarkt OR arbeitsmarktpolitik), was eine viel exaktere Abfrage erlaubt als die Eingabe bei anderen Suchmaschinen.
Bei der Anzeige der Ergebnisse wird - wie hier links zu sehen - eine Leiste mit Begriffen in verschiedenen Kategorien angezeigt, mit deren Hilfe man weiter einschränken kann. Auch das ist eine Funktionalität, wie man sie sonst nur von Metasuchmaschinen her kennt. Alles in allem bietet Exalead genug Funktionen, dass es sich lohnt, sie einmal in Augenschein zu nehmen!

Donnerstag, 2. April 2015

serioussearch.de als Hilfsmittel bei der wissenschaftlichen Internetrecherche

Screenshot der "advanced search" Eingabemaske von serioussearch.de
"Normale" Suchmaschinen wenden sich an "normale" Nutzer und versuchen, deren Bedürfnisse zu befriedigen. Hier knüpft Prof. Dr. Olaf Resch von der HWR Berlin an. Sein "Recherchewerkzeug" serioussearch.de richtet sich primär an Wissenschaftler, also an Nutzer, die komplexe Recherchen durchführen müssen, die aber auch mehr Kompetenz und Motivation mitbringen als der durchschnittliche Nutzer, an dem sich die gängigen Suchmaschinen ausrichten (müssen).

Die Grundidee von serioussearch.de besteht kurz gesagt darin, komplexe Recherchen zu unterstützen. In einem Beitrag zum Tagungsband der 27. AKWI-Jahrestagung 2014 [pdf] (S. 188 ff.) stellt Resch die Problemstellung folgendermaßen dar:
"Gängige Suchmaschinen unterstützen insbesondere eine effiziente Suche. Die übliche Präsentation der Suchergebnisse in Form eines fixen Rankings ist nicht darauf ausgelegt, eine größere Anzahl von Suchergebnissen zu reflektieren, Ziel ist es vielmehr, dass die gesuchte Information in einem der ersten Ergebnisse zu finden ist. Das zugrundeliegende Paradigma ist der sogenannte zufällige Surfer, eine Art statistischer Durchschnitt, dem die algorithmische Intelligenz eine möglichst schnelle und bequeme Suche ermöglicht. Allerdings ist es fraglich, ob die Suchmaschine, insbesondere bei anspruchsvollen, wissenschaftlichen Recherchen effektiv ist, ob nicht die Suchmaschinenoptimierung einzelner Webseitenbetreiber zu einer zu starken Verzerrung führt und ob nicht die Nutzer zu untypisch für das Paradigma des zufälligen Surfers sind." (S. 189)
Die Eingabemaske (siehe oberer Screenshot) verrät noch nichts über die Möglichkeiten des Recherchewerkzeugs. Ein paar wenige Auswahlmöglichkeiten helfen ebenso bei der Formulierung der Suchanfrage wie eine Autocomplete-Funktion. Richtig interessant wird es aber auf der Ergebnisseite:

Screenshot der Suchergebnissseite von serioussearch.de
Hier bieten sich eine ganze Reihe von interessanten Möglichkeiten zur Trefferdarstellung und Weiterarbeit:
  • a..z: Anzeige der Suchergebnisse in alphabetischer Reihenfolge, also ohne Ranking
  • host: Anzeige nach Informationsquelle
  • detail / undetail: Trefferanzeige mit oder ohne Snippet, dadurch bessere Übersicht über eine größere Anzahl von Suchergebnissen
  • marked / all: man kann sich nur die zuvor ausgewählten Ergebnisse anzeigen lassen
  • alert: Möglichkeit der E-Mail-Benachrichtigung
Screenshot der Keywords-Wolke von serioussearch.de
Besonders erwähnenswert sind fünf weitere Funktionen, die das Recherchewerkzeug bietet:
  • keywords: Man kann sich eine Keyword-Wolke anzeigen lassen, die aus den Suchergebnissen generiert wurde (siehe Screenshot oben), und mit dieser weiterarbeiten.
  • stewViz: Ein Klick auf diesen Menüpunkt führt zu einer interessanten Visualisierung der Suchergebnisse.
  • dropdown-Feld links: Hier finden sich (wissenschaftliche) Kategorien zur Verfeinerung und/oder Weiterführung der Recherche.
  • ähnliche Ergebnisse: Ein Klick auf das Quadrat mit dem Punkt nach einem Suchergebnis stellt das entsprechende Ergebnis ins Zentrum und ordnet die anderen Ergebnisse nach Ähnlichkeit (near to far).
  • verknotetes Suchen: Man kann eine zweite Suche durchführen und mit der ersten Suche zusammen anzeigen lassen, indem man auf den rechten Suchbutton klickt, der mit zwei Lupen dargestellt ist. 
Fazit: Für die LeserInnen unseres Buches Recherche 2.0 und die TeilnehmerInnen unserer Seminare zur professionellen Internetrecherche stellt serioussearch.de ein interessantes neues Angebot dar, das Sie auf jeden Fall testen und in Ihr Arsenal an Suchinstrumenten aufnehmen sollten.

Montag, 30. März 2015

Allgemeine Suchmaschinen - Update

In unseren Seminaren zur Thematik "professionelle Internetrecherche und webbasiertes Wissensmanagement" folgen wir bekanntlich der auch in unserem Buch Recherche 2.0 zugrundegelegten Heuristik "Finden > Bewerten > Festhalten > Auf dem Laufenden bleiben".

Beim ersten Schritt, dem "Finden", geht es um eine schlagkräftige Auswahl aus den unterschiedlichen Kategorien von Suchhilfen, die im Web (2.0) zur Verfügung stehen. Dazu zählen selbstverständlich auch die verschiedenen Arten von Suchmaschinen, zu denen als eine Unterkategorie auch die bekanntesten Suchhilfen gehören, nämlich die allgemeinen Suchmaschinen. Hier haben wir bislang folgende Dienste behandelt:

Diese Liste haben wir nun insofern modifiziert, als Yahoo herausgefallen ist, weil dort dieselben Ergebnisse angezeigt werden wie bei Bing. Hinzugenommen haben wir die russische Suchmaschine Yandex, die mit einem eigenen Index arbeitet und damit Google und Bing sinnvoll ergänzt. Außerdem behalten wir einen Anbieter aus der Schweiz im Auge: Swisscows. Hier wären wir dankbar, wenn Sie uns Ihre Erfahrungen mit diesem Dienst mitteilen würden.

Daraus ergibt sich die folgende neue Auswahl an allgemeinen Suchmaschinen:

Sonntag, 15. März 2015

Big Data - APuZ

Die aktuelle Ausgabe (APuZ 11-12/2015) der Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" der Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de) befasst sich mit Big Data und enthält eine Reihe äußerst lesenswerter Aufsätze, allen voran einen Beitrag von Viktor Mayer-Schönberger, "Internet-Professor" in Oxford, mit dem Titel: "Was ist Big Data? Zur Beschleunigung des menschlichen Erkenntnisprozesses":
"Big Data ist also weniger eine neue Technologie denn eine neue oder jedenfalls signifikant verbesserte Methode der Erkenntnisgewinnung. Mit Big Data verbindet sich die Hoffnung, dass wir die Welt besser verstehen – und abgeleitet von diesem Verständnis bessere Entscheidungen treffen." (S. 14)
Mit eindrücklichen Beispielen schafft es der Autor, auf wenigen Seiten die wesentlichen Chancen und Risiken von Big Data zu verdeutlichen.

Insgesamt umfasst die Ausgabe die folgenden Aufsätze:

Mittwoch, 14. Januar 2015

TED Talk: Machine Learning

Die Zeiten sind vorbei, da Computer lediglich das machen konnten, was Menschen vorab programmiert hatten. Die Stichworte lauten big data und machine learning. Jeremy Howard zeigt in diesem TED Talk den (ebenso faszinierenden wie erschreckenden) Stand der Dinge auf:

Samstag, 10. Januar 2015

Politik und Internet (Bürger im Staat)

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Bürger im Staat", die von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (lpb-bw) herausgegeben wird, beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten der Thematik "Politik und Internet". Die Zeitschrift kann kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden. Sie umfasst folgende Aufsätze:
  • Marianne Kneuer: Mehr oder weniger demokratische Qualität durch das Internet?
  • Thomas Demmelhuber: „Befreiungstechnologie“ Internet: Social Media und die Diktatoren
  • Andreas Marchetti: Europa im digitalen Zeitalter: Mehr Bürgernähe durch das Internet?
  • Daniela Hohmann, Thorsten Faas: „Das weiß ich von Facebook!“ – Politische Informationspotenziale in sozialen Online-Netzwerken im Kontext der Bundestagswahl 2013
  • Martin Fuchs: Facebook, Twitter und Co. in der deutschen Politik
  • Alma Kolleck: Kommunale Online-Beteiligung: Stand und Herausforderungen kommunaler Bürgerbeteiligung
  • Alexander Hensel: Erfolgreich gescheitert? Die Entwicklung der Piraten als Partei der Internetkultur
  • Saskia Richter, Tobias Bürger: E-Petitionen als Form politischer Partizipation. Welchen Nutzen generieren digitale Petitions-Plattformen?
  • Nicola Döring: Psychische Folgen der Internetnutzung
  • Sarah Mönkeberg: Feststellungen der Identität? Über Nutzen und Laster digitaler Sichtbarkeit
  • Joachim Griesbaum: Internet und Lernen – Auswirkungen des Social und Mobile Web auf Lernprozesse und Lerninfrastrukturen
  • Stefan Schieren: Politische Skandale im digitalen Zeitalter

Mittwoch, 19. November 2014

Grundinformationen zum Internet der Dinge

Das Blog Netzdebatte der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat in den letzten Tagen einige interessante Beiträge zum "next big thing", dem Internet der Dinge, veröffentlicht:
"Die Welt ist vernetzt. Soweit nichts Neues. Über Smartphones, Tablets, Laptops, Chips, Sensoren, Glasfaserleitungen und Funkverbindungen können wir von beinahe allen Ecken der Welt miteinander kommunizieren und Daten austauschen. Wir, die Menschen. Mit dem Internet der Dinge soll sich das bald ändern. In ziemlich naher Zukunft werden nämlich auch die Dinge unseres Alltags miteinander kommunizieren und uns das Denken abnehmen. Unser Haus regelt dann selbstständig Wärme und Strom, unser Auto erkennt seinen Fahrer und lenkt uns autonom zur Arbeit – immer in Kontakt mit anderen Fahrzeugen und der Verkehrszentrale. Fabriken organisieren sich selbst und produzieren nur noch auf Zuruf, Städte verwandeln sich in rationalisierte Umgebungen, in denen jedes Element vermessen und lokalisiert wird."
Schritt für Schritt wird das Blog zu einem umfassenden Dossier über Netzpolitik. Bislang gibt es Abschnitte zu folgenden Themen:

Sonntag, 16. November 2014

Digitale Arbeitsorganisation - Tools im Überblick

Es ist sehr schade, dass das Blog #PB21 zum Jahresende eingestellt wird, umso erfreulicher ist es dagegen, dass die Verantwortlichen nochmals richtig Gas geben, um aus den vielen Beiträgen ein übersichtliches Archiv zu machen. Hierzu zählen verschiedene Serien, etwa von Martin Lindner zum "Lernen im digitalen Klimawandel", deren fünfter Teil eben erschienen ist.

Eine neue Serie beschäftigt sich mit digitaler Arbeitsorganisation. Bislang sind zwei Teile erschienen:
Außerdem versammelt das Blog Hinweise zu einer Vielzahl anderer nützlicher Werkzeuge:

Donnerstag, 6. November 2014

Offstats zur Suche nach Statistiken

Für Statistiken “von Amts wegen” gibt es den Index Offstats, “Official Statistics on the Web”, ein Dienst, der von der University of Auckland Library in Neuseeland angeboten wird. Wie bei jeder Linksammlung kann man sich hier von oben nach unten der gewünschten Institution, dem gewünschten Land oder dem gewünschten Thema annähern.

Lesebuch zum wissenschaftlichen Arbeiten (open access)

Eine strukturierte Sammlung von Texten zum wissenschaftlichen Arbeiten: L3T's research! Wissenschaftlich Arbeiten zum technologiegestützten Lernen. Reader. Zusammengestellt von Sandra Schön und Martn Ebner (2014) Entwickelt und erstellt in Kooperaton des BIMS e.V. (Bad Reichenhall, D) und der TU Graz (Graz, AT) Bad Reichenhall/Graz, Version 1.0 vom 28.10.2014

Samstag, 1. November 2014

Das Wichtigste zu Google, Facebook, Apple, Amazon und Microsoft

Ein aktuelles Diskussionspapier von Ulrich Dolata aus der Reihe "Stuttgarter Beiträge zur Organisations- und Innovationsforschung" befasst sich mit "Märkte und Macht der Internetkonzerne" (SOI Discussion Paper 2014-04). Kurz und bündig versammelt der Aufsatz grundlegende Informationen zu den Big Five, ihren Geschäftsmodellen und Konkurrenzfeldern:
"Nicht Dezentralisierung, Demokratisierung und Kooperation, sondern Konzentration, Kontrolle und Macht sind, so die These, die Schlüsselprozesse und -kategorien, mit denen sich die wesentlichen Entwicklungstendenzen des (kommerziellen) Internets angemessen erfassen lassen."

Dienstag, 28. Oktober 2014

Freie Medien finden: Bilder und Musik

Sie kennen das sicher: Man möchte etwas illustrieren - oder auch mit Musik unterlegen - und möchte gerne sichergehen, dass das verwendete Medium auch frei verfügbar ist, beispielsweise wenn die Präsentation, in welcher das Bild verwendet wird, später frei verfügbar gemacht werden soll, quasi als Open Educational Resource (OER). Creative Commons bietet auf seiner Homepage die "CC Search", eine Seite, auf der mehrere Quellen für freie Inhalte angeboten werden. Es ist schade, dass es keine Metasuche ist, aber Sie können eine der Quellen auswählen, oben in das Suchfenster Ihre Suchbegriffe eingeben und so bereits von dieser Übersichtsseite aus eine Suche beginnen. Hier sind jene Inhalte recherchierbar, die mit einer CC-Lizenz ausgestattet sind, also unter spezifischen Bedingungen verwendet werden können. Meist ist dies die Namensnennungspflicht und die Weitergabe unter gleichen Bedingungen (man muss die Lizenz aufführen und verlinken), manchmal ist sogar kommerzielle Weiterverwendung mögich. Jedenfalls: eine schöne Übersicht mit zentraler Suchmöglichkeit!

Sonntag, 26. Oktober 2014

Alternativen zu Dropbox

Auf einer Seite des Kultusministeriums Baden-Württemberg zu Dropbox & Co. ist ein Hinweis auf einen Cloudservice als Alternative zum beliebten Dropbox zu finden, dessen Server in Deutschland steht und daher datenschutzrechtlich koscher(er) ist: TeamDrive. 2 GB Ablage insgesamt und 20 GB Traffic pro Monat sind frei, Verschlüsselung der Daten inclusive. Das sieht sehr interessant aus! Bisher war Wuala in dieser Hinsicht immer genannt worden, aber der Dienst ist kostenpflichtig geworden.

Für Angehörige von Landeshochschulen in Baden-Württemberg (Dozenten, Bedienstete, Studierende) gibt es jetzt das kostenlose Angebot BW Sync & Share, das beim KIT Karlsruhe gehostet wird. Ein Artikel darüber findet sich in Cloud Computing Insider. Der Dienst ist Teil verschiedener Dienstleistungen am KIT für die Landeshochschulen in Baden-Württemberg. Die Übertragung geschieht verschlüsselt, die Speicherung dann wieder ungeschlüsselt. Es gibt einen Client, den man herunterladen kann und der dann - analog zu Clients von Dropbox oder GDrive - die Synchronisierung von Verzeichnissen erledigt. Zwei Merksätze aus der Anleitung sind wichtig: "Der Dienst ist nicht geeignet zur Speicherung von personenbezogenen Daten" und "Eine Datensicherung in Form einer Zweitkopie erfolgt nicht". Dem Hörensagen nach sind ähnliche Dienste in anderen Bundesländern in Planung, namentlich in Nordrhein-Westfalen.

Donnerstag, 25. September 2014

TED Talk zu Big Data

Kenneth Cukier fasst in 15 min Chancen und Risiken von Big Data und machine learning zusammen:

Freitag, 19. September 2014

Anregungen, Tipps und Tutorials zu Evernote

Evernote zählt regelmäßig zu den Favoriten der Teilnehmer an unseren Seminaren zur professionellen Internetrecherche, zu der eben auch ein systematisches webbasiertes Wissensmanagement zählt. Und in diesem Bereich ist Evernote konkurrenzlos. Alice Daer hat auf Storify Artikel, Tipps und Tutorials zu so gut wie allen Aspekten rund um Evernote zusammengetragen. Da ist sicher auch eine wertvolle Anregung für Sie dabei: "Why Evernote is Amazing -A collection of articles, blog posts, tutorials, and ideas for making Evernote your best friend ever".